Ein Resümee über "Dead Dog's Day" von David J. Lensing.
Ende Juni 2008 – ungefähr einen Monat nach der Premiere von „Without Goodbye“ – beschlossen Rita und ich, wieder etwas zu starten. Sozusagen in alter Manier setzten wir uns ein Limit: Mitte August. Bis dahin sollte eine Idee stehen, die wir dann filmisch umsetzen wollten. Damit war die erste Phase eingeläutet – und zugleich eine der Spannendsten. Endlich weiß man die Zeit wieder zu schätzen, die man mit Warten auf den Zug oder so verbringt. Stupide Beschäftigungen wie Auto fahren oder Fische füttern werden zu seligen Momente der gedanklichen Streifzüge, bla, bla, bla. Jedenfalls galt es wieder einmal, sich ne Geschichte auszudenken. In der ersten Augusthälfte einigten sich Rita und ich uns auf folgende Story:
Es sollte nur ein kleiner Abstecher ins Grüne werden. Eben den versehentlich gekillten Hund vom Nachbarn beerdigen und das war’s. Stattdessen beobachten Ben, Amy und Dom im Wald, wie ein Mädchen eine schwarze Tasche versteckt. Keine Frage – kaum ist die Luft wieder rein, plündern die Drei das Versteck und finden...
Da dieses Projekt erstmal nicht so aufwändig wie der Vorgänger werden sollte, haben wir uns auf einen kürzeren Film geeinigt. Deshalb sei zum Inhalt nicht mehr verraten. Der zweite Schritt, das Schreiben eines Drehbuchs, ging dieses Mal wesentlich leichter von der Hand, so dass bereits am 17. August ein etwa 25 Seiten starkes Skript mit dem Titel „Dead Dog’s Day“ vorlag. An diesem Sonntag lasen Rita und ich es noch einmal gemeinsam durch, nahmen ein paar letzte Korrekturen vor und überlegten schließlich, wie wir die einzelnen Figuren besetzen könnten. Das ist sicherlich eine unserer Lieblingsaufgaben.
Natürlich wollten wir einige Darsteller vom letzten Filmprojekt wieder mit im Boot haben. Wie zum Beispiel Kevin Ramolla, dem die Rolle des Dominik (mehr oder weniger zufällig) wie auf den Leib geschrieben schien. An seiner Seite wollten wir gerne wieder Peter Üffink sehen. Um das Trio zu vollenden besetzten wir Amelie schließlich mit Madeleine Heidemann, die in „Without Goodbye“ bereits einen Kurzauftritt als Hausmädchen hatte. Lucy B. übernahm stattdessen eine Nebenrolle als Barkeeperin Wanda. Neu dabei war Philipp Wormskamp, den wir uns wunderbar als den kleinkriminellen PJ vorstellen konnten.
Nicht zuletzt übernahm Rita selbst auch noch eine der Hauptrollen. Genau eine Woche später, am Sonntag den 24. August, setzten sich Rita, Philipp, Pete und ich zusammen, um bei einem gemeinsamen Frühstück das Skript gemeinsam durchzulesen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits die Zusagen sämtlicher Hauptdarsteller bekommen. In der Woche darauf trafen Philipp und ich uns am Sonntagabend mit Madeleine und Lara in Werth, spielten einige Szenen durch und besichtigten dann das Jugendheim. Darin entdeckten wir einige Räumlichkeiten, die direkt als Drehorte für einige Szenen in Frage kamen. Denn ebenso wichtig wie das Aussuchen der Schauspieler ist schließlich auch das Finden geeigneter Sets für die Innen- und (schwierigeren) Außenaufnahmen.
Im Laufe des Augusts sprachen wir zudem Thomas Feldmann an, ob dieser uns wieder einen eigenen Soundtrack komponieren würde. Gemeinsam mit Kevin Ramolla machte er sich also an die Arbeit. So wurden Film und Musik im Herbst sozusagen parallel produziert. Der erste Drehtag fand am 6. September statt. Vor der Kamera standen Kevin, Pete und Maddi, die den Billardraum im Jugendheim (ein goldiger Drehort) gemeinsam mit ihrer Schwester am Freitagabend noch liebvoll eingerichtet hatte. Hinter der Kamera wurden wir von Madeleines Geschwistern Lara und Jannis sowie meiner Schwester Sophie an der Tonangel unterstützt. Mit von der Partie waren außerdem Lucy und Phil, der etwas verkatert in der Ecke saß und seinen Text für die kommenden Drehtage lernte – heilfroh darüber, nach der langen Nacht noch nicht vor der Kamera stehen zu müssen. Folglich hatten die drei Akteure ein großes Publikum, das die Szene gespannt verfolgte. Dieser erste Drehtag - 6 Stunden harte Arbeit - war sehr ergiebig und unterm Strich kam eine Menge brauchbares Material zustande. Solch ein guter Start förderte unsere Motivation ungemein. Diese wurde am nächsten Wochenende allerdings jäh wieder getilgt, als der kommende Drehtag sich zum absoluten Reinfall entwickelte.
Für Samstag den 13. August hatten wir uns eine Menge vorgenommen und wollten all die Szenen drehen, die im Wald spielen. Als Drehort erschien uns Bettings Büsken einfach perfekt. Der Wetterbericht für besagten Tag war zwar nicht der Hit, aber letztendlich schien morgens nach anfänglichen Regenfällen dann doch die Sonne und in all meiner Zuversicht bat ich unseren etwas morgenmuffeligen Stab recht früh in die Pampa. Es war zwar etwas windig, aber sei’s drum – zwischen den Bäumen würden wir ohnehin vor dem Wind geschützt sein, so meine Gedanken. Unsere Schauspieler trollten sich also in den Wald, wo sich meine Einschätzung allerdings als falsch herausstellte: Das Rauschen der vom Wind gepeitschten Bäume verursachte solche Störgeräusche, dass wir den Drehtag abbrachen, um ihn ein andermal nachzuholen. Zwar hatten wir schon einiges im Kasten – aber da die Aufnahmen unbefriedigend waren und wir keine halbherzigen Kompromisse eingehen wollten, nahmen wir die verlorene Zeit in Kauf. Dennoch gelang es uns, den Dreh im Oktober abzuschließen und die zweite WL-Produktion im Dezember zu zeigen.
>> Stab-Übersicht
>> Filmfehler
>> Fotos von der Premiere
>> Fotos von den Dreharbeiten
