Once upon a time in Bocholt …
Kennen gelernt haben sich Rita W. und David J. Lensing Anfang 2004. Bis dahin in Parallelklassen untergebracht, saßen sie sich im Griechischkurs der neunten Klasse plötzlich gegenüber. In der Tanzschule zusehends ins Gespräch geraten, entdeckten die beiden irgendwann ihr gemeinsames Interesse für die Filmerei. Prompt entschlossen sie sich, zusammen einen kleinen Film zu drehen: Sie liehen sich ne Videokamera aus'm Jugendheim und baten einige Freunde um Unterstützung. So entstand der peinlich-sentimentale „Infirmitas“. Die Planungen zu einem weiteren Filmprojekt verliefen im Sande und der Kontakt schlief vorübergehend ein.
Erst im September 2007, auf der Geburtstagsfete von Maren Buß, kamen Rita und David wieder auf die Filmerei zu sprechen und entschieden, dass sie mal wieder was starten müssten. In den nächsten Monaten einigten sich die beiden zügig auf eine Idee, schrieben ein Drehbuch, quatschten einen Haufen Leute an und liehen sich erneut eine Kamera – diesmal vom Bocholter Borkener Volksblatt. Für das geplante Projekt „Without Goodbye“ dachten sie sich sogar ein eigenes - vor Einfallsreichtum strotzendes - Label aus: WL-Produktion. Die große Quizfrage ist und bleibt: Wofür steht das „WL“? Und vielmehr: Wozu überhaupt ein Label? Egal. Weil's so viel Spaß machte, schickten sie gleich noch ne zweite Koproduktion hinterher: Ein halbes Jahr nach „Without Goodbye“ feierte der Film „Dead Dog’s Day“ seine Premiere.
David über Rita
Rita war eine der ersten, die mich in meiner Kölner Wohnung besuchten. Gleich ein paar Mal, im Herbst 2008. Der Schnittplatz war gerade frisch eingerichtet und wurde von uns beiden im Laufe einer langen Schnittnacht mit Saft, Chips, Bier und Keksen entweiht. Das war immer so ziemlich das coolste an unseren gemeinsamen Filmprojekten: der Schnitt. Rita bringt da selbst einiges an Erfahrung mit, da sie durch ihren Vater schon mit verschiedener Schnittsoftware in Kontakt gekommen ist und ein gutes Gespür für auditive Angelegenheiten hat. Während sie beim Lektorat eines Drehbuchs noch viel konstruktive Kritik anbrachte, waren wir am Computer letztendlich fast immer einer Meinung.
Vor allem wenn es darum ging, das geschnittene Material mit Thomas Feldmanns Soundtrack zu unterlegen – die Erkenntnis, dass seine Songs vom Takt und Rhythmus her meistens perfekt mit unseren Schnitten harmonieren, hat nicht selten dazu geführt, dass wir uns die eine oder andere Szene ein Dutzend mal hintereinander angeguckt haben. Am Drehort selbst hat Rita übrigens keine Hemmungen, erstens für Ruhe zu sorgen, wenn ich selbst mal wieder mit Tunnelblick herumwusele, und zweitens auch vor der Kamera aktiv zu werden und mal eben ne Hauptrolle zu übernehmen.
Rita über David
Also... David ist bei den Filmprojekten absolut engagiert. Er investiert so viel Zeit , Mühen und Geld – das bewundere ich wirklich. Auch wenn David manchmal etwas zerstreut wirkt, bekommt er das Ganze immer ziemlich gut organisiert. Bezogen auf Ideen von anderen ist David stets offen, auch wenn er von seinen Ideen natürlich auch stets absolut überzeugt ist. Deswegen klappt die Zusammenarbeit sehr gut:
David und ich haben uns beim Nachbearbeiten und auch am Set bestens ergänzt. Wo er beim Drehen mehr hinter der Kamera stand, habe ich mal für Ruhe gesorgt oder kleine Tipps gegeben. Beim Schnitt lief es dann auch glatt. Selbst wenn wir uns am Set gerne mal über Davids gelegentliche Schusseligkeit lustig machen, wissen wir doch alle zu schätzen, was er für uns und unsere Filme alles leistet.
