Hier halten wir euch über die Postproduktion unseres aktuellen Films "Jakobs Weg" auf dem Laufenden.
Außerdem informieren über alles, was wir in Sachen Amateurfilm in Bocholt und NRW noch so starten.

FiSH in Rostock
18.04.2010

Den musikalischen Auftakt der Band "Wooden Peak" haben wir am Freitag verpasst. Ebenso die Eröffnung und den ersten Filmblock im M.A.U-Club. Ja, die Veranstalter des Festivals im StadtHafen Rostock (FiSH) haben nicht auf uns gewartet - aber damit war auch nicht zu rechnen, gell? Wir waren schon reichlich froh, nach stundenlangem Stau auf deutschen Autobahnen doch noch vor 21 Uhr (Anmeldeschluss für Freitag) im Norden anzukommen. Sonst hätten wir zu viert in Marc Schießers geht-so-geräumigem Renault Clio übernachten müssen: vielleicht nicht der beste Start in ein langes und zehrendes, aber auch aufregendes und interessantes Wochenende.
Stattdessen bezogen wir - Marc Schießer + Freundin Milena, Lucy und David J. Lensing - am Freitagabend eine Schiffskoje in dem riesigen Dampfer MS Büchner, der direkt im StadtHafen vor Anker lag. Seitdem sind jetzt drei Tage vergangen - was ist in der Zwischenzeit passiert?

Auf dem FiSH wurden vom 16. - 18. April insgesamt 30 Kurzfilme aus ganz Deutschland gezeigt - nur eine kleine Auswahl aus den fast 400 Einreichungen, die eine sechsköpfige Vorauswahljury in sechs Tagen gesichtet hatte. Zu den nominierten Kurzfilmen zählte unter anderem der Film "Schlagbohrer", den Marc Schießer und ich im Februar vergangenen Jahres im Rahmen des 24-Stunden-Filmfestivals "Manifest" in Wuppertal drehten. Am Samstagabend, im letzten Filmblock, war es dann soweit: Nach dem beeindruckend großartigen Animationsfilm "Marivanna" von Olga Petrova kündigte Moderator Mark Auerbach unseren fünfminütigen "Schlagbohrer" an, der von der Jury recht unterschiedlich aufgenommen wurde. Während taz-Redakteurin Birgit Glombitza dem Film nicht viel abgewinnen konnte - als spontane Assoziation kam ihr Michael Hanekes "Funny Games" in den Sinn - hat sich Chiko-Regisseur Özgür Yildirim nicht an dem Gewaltgehalt gestört. Dank der offenen Jurydiskussion wissen wir auch, dass Yildirim unserem "Schlagbohrer" als einziger Juror wenigstens ein Bronze-Medaille verliehen hätte - obwohl der Film (in 24 Stunden gedreht und geschnitten) ziemlich roh und kantig daherkommt. Angesichts der grandiosen Konkurrenz - allen voran der herausragende Film "Fallen gelassen" von Daniel Büttner und Max Baberg - muss man einfach zugegeben, dass wir uns erst noch in die Liga dieser beeindruckenden Amateurfilmer spielen müssen. Ob "red tape" von Lucas Treise oder "Nichts zu danken" von Moritz Menacher, all diese Beiträge zeigen originelle Ideen, detailverliebt visualisiert. Der große Gewinner des Festivals im StadtHafen Rostock hieß Helge Brumme, dessen Film "Ralf" nicht nur eine Goldmedaille abräumte, sondern von der Jury auch zum Film des Jahres 2010 gekürt wurde!

Unser Kurzfilm "Schlagbohrer" läuft als nächstes auf einem Kurzfilmfestival, das rund um die Pfingsttage in Wiesbaden stattfindet.

<< zurück