Hier halten wir euch über die Postproduktion unseres aktuellen Films "Jakobs Weg" auf dem Laufenden.
Außerdem informieren über alles, was wir in Sachen Amateurfilm in Bocholt und NRW noch so starten.
Totalreinfall03.04.2010
Wenn kurz vor Drehbeginn das Handy klingelt, möchte man es am liebsten ignorieren: Es kann nur schlechte Nachrichten parat halten. Wenn dann auch noch einer der am Dreh beteiligten Darsteller anruft, stehen die Zeichen erst Recht auf Notstand. So geschehen am Samstag, just in dem Moment, als Regisseur David J. Lensing sich entspannt zurücklehnen und mental auf den anstehenden Dreh vorbereiten wollte: Um 13 Uhr sollten an der Wesemannstraße in Bocholt einige Außenszenen für die Quaintown-Episode "Cold chick" abgedreht werden. Wichtigster Mann vor der Kamera: Hugo alias Bennet Schnurr. Und eben der ruft um 12 Uhr an: "Dave, ich hab ein Problem." Immerhin kann man nicht behaupten, er hätte lange um den heißen Brei herum geredet. O-Ton: "Ich bin gerade aufgewacht. In Bochum." Der Wecker wurde 1787 von Levi Hutchins erfunden und am Samstag von Bennet Schnurr ignoriert. Aber das ist ja wahrlich jedem von uns schon passiert.
Also wurde der Dreh um zwei Stunden verschoben und begann erst um 15 Uhr - pünktlich mit dem Dauerregen, der jegliches Drehen unter freiem Himmel unmöglich machte. Da hätte man die Kamera gleich aus'm Fenster schmeißen können. So verharrten wir in einer Wohnung an der Wesemannstraße und dachten uns einen Plan B aus. Mit von der Partie war schließlich noch Christopher Ketteler, mit dem man ein paar Einstellung im Treppenhaus drehen könnte. Zügig machten wir uns daran, besagtes Treppenhaus auszuleuchten, während Bennet nach seiner leider sinnlosen Anreise aus Bochum immerhin Bayern gegen Schalke auf dem überdimensionalen Bildschirm unserer Gastgeber reinziehen konnte. Kaum hatten wir aufwändigst drei Lampen arrangiert, kam auch schon Christopher. Doch als der das Treppenhaus betrat, verabschiedete sich direkt erstmal eine der installierten Lampen auf dem langen Weg vom dritten Stock ins Erdgeschoss, wo sie nach dem Sturzflug dramatisch zersplädderte. Irgendwo zwischen zweistündiger Drehverschiebung und beschissenem Wetter war Daves Sinn für Sorgfalt verloren gegangen. Was haben wir davon? Ne Leuchte weniger. Jetzt war eh alles egal: Ein paar Einstellungen wurden noch gedreht - einfach damit sich der Drehtag nicht ganz so sinnlos und überflüssig anfühlte, wie er letztendlich war - ehe alle Beteiligten mehr oder weniger frustriert nach Hause gingen. Kommende Drehtage können eigentlich nur besser laufen ...
